Die Québec-Brücke verfügt bereits über einen Durchgang für Fahrräder, doch es handelt sich um einen schmalen Gehweg von 1,32 m, der zwischen Fußgängern und beiden Fahrtrichtungen geteilt wird — so eng, dass die Radfahrenden normalerweise von ihrem Rad absteigen müssen, um ihn zu überqueren. Sein Fahrbahnträger hat das Ende seiner Nutzungsdauer erreicht und muss ohnehin auf seiner gesamten Länge neu gebaut werden. Das ist die Gelegenheit, die nur alle 75 Jahre wiederkehrt, diesen Gehweg durch einen echten Steg zu ersetzen.
Man entfernt den alten Gehweg und bringt den neuen unter der Platte unter
Die Idee besteht aus zwei Handgriffen. Zuerst entfernt man den heutigen schmalen Gehweg, was Gewicht und Platz auf einer hundertjährigen Brücke freigibt, die fast keine Lastreserve hat. Dann installiert man einen Steg von 2,3 bis 2,5 m Breite, für Fahrräder und Fußgänger — aber man hängt ihn nicht auskragend an die Flanke der Brücke. Man bringt ihn unter der Fahrbahnplatte unter, im Inneren des Stahlgerüsts, das bereits vorhanden ist.
Genau diese Entscheidung verändert beim Gewicht alles. Statt eine schwere neue Struktur aufzuhängen, die den Fluss ganz allein überspannen würde, stützt sich der Steg auf das bestehende Tragwerk der Brücke, das ihn trägt. Man ersetzt, man fügt nicht nur hinzu — und man verwendet den bereits vorhandenen Stahl wieder. Die zusätzliche Last bleibt so bescheiden, im Rahmen dessen, was ein neu gebauter Fahrbahnträger leisten kann.
Fahrräder und Fußgänger, gegenüber heute geteilten 1,32 m.
Die Straße darüber dient als Schutz — ohne Verglasung, ohne Heizung.
Die Zeit, um von einem Ufer zum anderen zu fahren, geschützt.
Unter der Straße, also geschützt vor Regen und Schnee
Das größte Ärgernis einer Überquerung mit dem Rad ist nicht die Kälte — es sind Regen und Schnee. Indem man den Steg unter dem Fahrbahnträger unterbringt, löst man dieses Ärgernis fast kostenlos: Die durchgehende Fahrbahnplatte wird zu einem Dach direkt über dem Kopf. Der Niederschlag, der senkrecht fällt, wird von der Brücke selbst abgehalten. Kein Glasrohr nötig, keine Heizung nötig — der Schutz kommt mit der Struktur.
Die Kälte? Ein paar Minuten, kein Hindernis
Die Überquerung dauert nur etwa 3 bis 4 Minuten. Auf dem Rad erzeugt man durch das Treten seine eigene Wärme und ist bereits durch die Platte darüber vor Niederschlag geschützt. Es bleiben also nur ein paar Minuten frische Luft zu überwinden — viel zu wenig, um das Gewicht und die Kosten eines geschlossenen und beheizten Rohrs zu rechtfertigen. Die Winterradfahrer von Québec fahren im Alltag schon bei weit Schlimmerem. Die Kälte einer kurzen Überquerung ist kein Hindernis.
Man macht mit dem, was man hat. Es ist keine klimatisierte und perfekte Überquerung — es ist eine schlichte, leichte und kostengünstige Lösung, die sich auf die bestehende Brücke und ihren ohnehin notwendigen Neubau stützt. Man sucht nicht den Komfort eines beheizten Tunnels auf der Brücke: Man sucht einen sicheren, geschützten Durchgang, der eine hundertjährige Struktur nicht überlastet.
Als Ergänzung zu den Shuttles, nicht in Konkurrenz
Der Steg und die Shuttles streiten sich nicht um dieselben Radfahrenden: Sie entlasten einander. Wer es eilig hat und selbstständig ist, fährt selbst über den Steg, ohne zu warten oder sein Rad einzuladen. Wer lieber transportiert werden möchte — bei schlechtem Wetter, mit einem Kind oder Gepäck — nimmt das Shuttle. Zusammen ist die Verbindung flexibler und robuster: Wird das eine unterbrochen, hält das andere die Überquerung aufrecht.
Der Steg spielt auch die Rolle eines Ventils am einzigen echten Engpass des Netzes. Jeder Radfahrer, der sich entscheidet, selbst zu fahren, ist ein Fahrrad weniger, das eingeladen werden muss — was es ermöglicht, einen vernünftigen Shuttle-Takt beizubehalten, statt ihn in Spitzenzeiten ins Extreme zu treiben.
Kein beheiztes Rohr. Ein schlichter Steg, unter der Brücke.
Man entfernt den heutigen schmalen Gehweg und ersetzt ihn durch einen 2,3 bis 2,5 m breiten Steg, untergebracht unter der Fahrbahnplatte. Die Brücke bildet das Dach — geschützt vor Regen und Schnee, ohne Glas und ohne Heizung. Und für die 3 bis 4 Minuten der Überquerung ist die Kälte kein Hindernis: Man tritt in die Pedale, man ist gedeckt, man macht mit dem, was man hat. Ein leichtes und robustes Teilstück der Verbindung Québec–Lévis, bis zum Tunnel unter dem Fluss.
Ein ehrlicher Vorbehalt: Diese Anlage hängt vom Neubau des Fahrbahnträgers der Québec-Brücke ab, für den es noch keinen festen Zeitplan gibt. Ihre Machbarkeit muss zudem durch die Strukturanalyse des Verkehrsministeriums bestätigt werden. Genau deshalb muss diese Idee jetzt vorangebracht werden, solange die Planung des neuen Fahrbahnträgers noch offen ist.