Von 7,8 Mrd. $ bis 19,5 Mrd. $ — realistisch ≈ 12,6 Mrd. $
Fünf Szenarien für 150 km, in konstanten Dollar. Der realistische Fall erreicht 12,6 Mrd. $, sobald alles ehrlich mitgezählt wird: Natursimulation, Entwässerung und Geothermie, dann die beiden letzten Ergänzungen — die unterirdischen Knotenpunkte (welche die Tunnel miteinander verbinden) und die Fluchtschächte (ein Ausgang alle 300 m). Das ergibt 52 bis 130 Mio. $ pro Kilometer — gegenüber 940 Mio. $/km für die dritte Straßenverbindung, selbst im schlechtesten Fall.
Berechnungsgrundlage: konstante Dollar, ohne Inflation und ohne Kreditzinsen (diese hängen vom Zeitplan und von der Finanzierungsstruktur ab und werden gesondert berechnet). Die Reserve ist eine technische Reserve — für Ingenieurrisiken und Baustellenüberraschungen — kein Inflationspuffer. Alle Werte sind Größenordnungen auf Planungsniveau, die durch eine Detailkalkulation zu präzisieren sind.
1. Die technischen Systeme, Position für Position
Die Ausrüstung des Netzes ist in einer einzigen Zeile „Technische Systeme“ zusammengefasst, die acht Unterpositionen bündelt. Statt sie als Block darzustellen, öffnen wir sie hier im Detail: Jede Position wird anhand der für das Dossier erstellten Analysen zu ihrem tatsächlichen Wert beziffert — auch jene, die eine schnelle Schätzung eher unterschätzen oder vergessen würde.
| Position | Berechnungsdetail | Betrag |
|---|---|---|
| Natursimulation (immersive Verkleidung) + Beleuchtung | 500 Mio. $ Verkleidung + 8 Mio. $ Phosphoreszenz | ≈ 508 |
| Geothermie für die 150 Stationen (CAPEX) | Heizen und Kühlen der Pavillons | ≈ 50 |
| Fahrbahn + Entwässerung + Ladeinfrastruktur + Elektrik | aufgeschlüsselt: 80 + 200 + 60 + 160 | ≈ 500 |
| Diese drei detaillierten Positionen | — | ≈ 1.058 Mio. $ |
Diese „harten“ Kosten wirken sich anschließend über Ingenieurleistungen (10 %), Projektsteuerung (5 %) und Reserve (20 %) weiter aus. Die mit Abstand schwerste Position ist die tatsächlich bezifferte immersive Verkleidung: Sie wägt in diesem Teil des Budgets am schwersten.
2. Die beiden offengelegten Positionen: Entwässerung und Geothermie
Entwässerung und Geothermie verdienen jeweils eine eigene Zahl statt eines Platzes in einer Sammelposition. Die Entwässerung gehört zu den harten Kosten der Fahrbahn; die Geothermie wiederum erfordert einen eigenen CAPEX zusätzlich zu den Betriebseinsparungen, die sie erzeugt (0,7 bis 0,9 Mio. $/Jahr). Hier die beiden Positionen ausdrücklich ausgewiesen.
Rinnen und Sammelleitungen über 150 km (~1.000 $/m ≈ 150 Mio. $) + rund vierzig redundante Pumpstationen mit Abgabe an die Oberfläche (~1,2 Mio. $ je Station ≈ 48 Mio. $).
150 Stationen × ~330.000 $: Wärmepumpe (COP 3,5), Kreisläufe, Glykolverteilung und Redundanz. Die Bohrung bleibt nebensächlich — der Tunnel ist bereits das Loch.
Warum 200 Mio. $ für die Entwässerung standhalten
Die Gegenprobe kommt aus dem Betrieb: Das Pumpen verbraucht 9.000 MWh pro Jahr im Dauerbetrieb rund um die Uhr, denn der Tunnel verläuft stellenweise unter dem Grundwasserspiegel und Wasser dringt fortlaufend ein — zusätzlich zur sommerlichen Kondensation. Dieser Verbrauch entspricht etwa 1 bis 3 MW installierter Pumpleistung im gesamten Netz — stimmig mit rund vierzig Pumpstationen, verteilt an den Tiefpunkten. Die Abdichtungsmembran hinter den Tunnelsegmenten ist bereits in der Zeile „Tunnel“ bezahlt: Wir zählen sie hier nicht erneut.
Warum die Geothermie eine kleine Position bleibt
Das ist das zentrale Argument der Seite Geothermie: Da ohnehin 150 Stationen 10 m tief ausgehoben werden, kosten die Kreisläufe nur einen Bruchteil einer eigenständigen Anlage. Zu bezahlen bleiben die Wärmepumpen, die Verteilung und die Redundanz — daher ein bescheidener CAPEX (≈ 50 Mio. $) für eine wiederkehrende Einsparung von 0,7 bis 0,9 Mio. $/Jahr. Die Position rechnet sich selbst, aber sie existiert: Sie muss im Budget erscheinen, was bislang nicht der Fall war.
Eine ehrliche Spannbreite. Entwässerung: 150 Mio. $ bis 280 Mio. $ je nach Zahl der Tiefpunkte und Ausmaß der Wassereintritte. Geothermie: 35 Mio. $ bis 110 Mio. $ je nach Anteil der Premium-Stationen (verglaste Pavillons mit hohen Lasten) und Redundanzniveau. Diese Spannbreiten fließen in die Szenarien in Abschnitt 5 ein.
3. Die technischen Systeme, Zeile für Zeile neu aufgebaut
Hier ist der Block von 2.800 Mio. $ in dreizehn Zeilen geöffnet, jede durch eine Analyse gestützt. Die beiden neuen Zeilen (Entwässerung, Geothermie) sind gekennzeichnet; die immersive Verkleidung ersetzt den alten Platzhalter „Beleuchtung + Naturprojektion“.
| Unterposition der technischen Systeme | Mio. $ | Quelle |
|---|---|---|
| Belüftung und Luftfilterung | 600 | Belüftungsanalyse |
| Akustik (strukturierter Beton + Paneele) | 450 | Akustikanalyse |
| Natursimulation (immersive Verkleidung über 150 km) | 500 | Analyse zur Natursimulation |
| Sicherheit (1.500 Kameras, 1.500 Notrufsäulen, KI, Drohnen, 24/7-Zentrale) | 550 | Sicherheitsdossier |
| Brandbekämpfung + Notausgänge + Schutznischen | 350 | Branddossier |
| Stromverteilung (MS/NS, Umspannwerke, Transformatoren, 150 km Verkabelung) | 160 | Aus der Sammelposition herausgelöst |
| Entwässerung und Pumpen — offengelegt | 200 | Neu (gegengeprüft) |
| Generatoren + Notstromversorgung (USV) | 120 | Energiedossier |
| Telekommunikation (5G, WLAN, Glasfaser, Funk) | 100 | Telekomdossier |
| Radweg (Asphalt 150 km, Tragschicht, Markierungen) | 80 | Aus der Sammelposition herausgelöst |
| Ladestationen für E-Bikes (150 Stationen) — davon ≈ 22 Mio. $ àVélo-Docks, ≈ 38 Mio. $ Stromversorgung und Bezahlsysteme | 60 | Detailliert |
| Geothermie für die Stationen — neue Zeile | 50 | Neu (CAPEX) |
| Phosphoreszierende Notbeleuchtung | 8 | Phosphoreszenzanalyse |
| Summe — technische Systeme (realistisch) | 3.228 | gegenüber 2.800 zuvor |
Hinweis gegen Doppelzählung: Die funktionale Beleuchtung des Tunnels hat keine eigene Zeile, weil sie im LED-„Lichthimmel“ der immersiven Verkleidung enthalten ist (jener Schicht, die zugleich beleuchtet und das Gefühl von Weite erzeugt). Nur die Notphosphoreszenz, eine eigenständige Sicherheitseinrichtung, bleibt eine eigene Zeile.
4. Zwei Erweiterungen des Umfangs: unterirdische Knotenpunkte und Fluchtschächte
Zwei technische Entscheidungen erweitern den Umfang und machen die Bezifferung vollständig: Wir verbinden die Tunnel wirklich miteinander (die Knotenpunkte) und wir rücken die Notausgänge näher zusammen (die Fluchtschächte). Zusammen machen diese beiden Positionen ≈ 2,7 Mrd. $ des realistischen Szenarios aus — einen erheblichen Anteil der ≈ 12,6 Mrd. $. Hier ist, wie jede beziffert wird — und am Ende zwei Positionen, die bereits enthalten sind und ohne Änderung der Summe gesondert ausgewiesen werden.
4.1 Die unterirdischen Knotenpunkte
Eine Kreuzung, an der ein Tunnel unter dem anderen hindurchführt, ist kostenlos, solange man geradeaus fährt: Das ist der 3D-Vorteil des Netzes. Um jedoch ohne Halt von einem Tunnel in den anderen zu wechseln, braucht es einen Knotenpunkt — kurze Rampen, die eine Röhre mit der anderen verbinden, wie bei einem Autobahnkreuz, aber im Fahrradmaßstab (enge Radien, Steigungen von 5 bis 8 %, 3,6 m Durchmesser). Teuer ist nicht die Rampe: Es ist die bergmännisch aufgefahrene Verzweigung, an der sie in den Haupttunnel mündet — daher die Bedeutung, sie während des ursprünglichen Vortriebs zu erstellen und nie nachträglich. Wir sehen einen Knotenpunkt an jedem Hauptknoten des Netzes vor (≈ 25); Kreuzungen ohne Verkehrsaustausch bleiben einfache Durchfahrten.
| Position eines vollständigen Knotenpunkts | Größenordnung |
|---|---|
| Rampen (≈ 0,4 bis 1 km kurzer, gekrümmter Tunnel) | 5 – 13 Mio. $ |
| Bergmännische Verzweigungen (4 bis 8 Anschlüsse — der teure Posten) | 15 – 35 Mio. $ |
| Systeme am Knoten (Belüftung, Beleuchtung, Beschilderung, Entwässerung) | 5 – 10 Mio. $ |
| Je Knotenpunkt | ≈ 25 – 60 Mio. $ |
| Netz — ≈ 29 Knoten × ≈ 50 Mio. $ (realistisches Szenario) | ≈ 1.450 Mio. $ |
Die beruhigende Perspektive. Ein einziges Autobahnkreuz wie Turcot in Montréal hat ≈ 3,7 Mrd. $ gekostet. Die ≈ 25 Fahrrad-Knotenpunkte des Netzes kosten zusammen einen Bruchteil dieses Betrags: im Fahrradmaßstab, unterirdisch und in den Fels getrieben statt auf Pfeilern aufgeständert, ist ein Knotenpunkt rund 50- bis 100-mal günstiger.
4.2 Die Fluchtschächte
Das Sicherheitsdossier sieht alle ~300 m einen Notausgang vor, möglich gemacht durch die geringe Tiefe (10 m): eine einfache Treppe mit einem kleinen Pavillon darüber, kein U-Bahn-Aufzugsschacht. Über 150 km ergibt das ≈ 500 Ausgangspunkte. Das Netz verfügt bereits über ≈ 190 (die 150 Stationen und rund vierzig Belüftungsschächte); es bleiben also ≈ 310 eigens zu bohrende Schächte.
| Schritt | Berechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Erforderliche Ausgangspunkte (1 / 300 m) | 150 km ÷ 300 m | ~500 |
| Bereits vorhanden | ~150 Stationen + ~40 Belüftungsschächte | ~190 |
| Zusätzlich zu erstellende Schächte | 500 − 190 | ~310 |
| Stückkosten (Treppe auf 10 m + Pavillon + Grundstück) | 1 bis 4 Mio. $, Mittelwert ~2 Mio. $ | ~2 Mio. $ |
| Bruttokosten | 310 × 2 Mio. $ | ~620 Mio. $ |
| Bereits in der Zeile „Brandschutz + Ausgänge“ enthalten (350 Mio. $) | — | ~100–150 Mio. $ |
| Netto-Mehrkosten | — | ≈ 500 Mio. $ |
Gegen Doppelzählung: Die Zeile „Brandbekämpfung + Notausgänge“ der technischen Systeme (350 Mio. $) enthielt bereits rund hundert Millionen für Ausgänge. Die Zeile „Fluchtschächte“ der Szenarientabelle zählt daher nur den Nettobetrag, der hinzukommt, um alle ~300 m einen Ausgang zu erreichen.
Diese beiden Positionen: ≈ 2,7 Mrd. $ der realistischen ≈ 12,6 Mrd. $
≈ 1.450 Mio. $ Knotenpunkte (29 Knoten × ≈ 50 Mio. $) und ≈ 500 Mio. $ Schächte (harte Kosten), die sich über Ingenieurleistungen, Projektsteuerung und Reserve auf ≈ 2,7 Mrd. $ insgesamt fortpflanzen. Bei ≈ 12,6 Mrd. $ ergibt der realistische Fall 84 Mio. $/km — immer noch drei- bis dreizehnmal günstiger pro Kilometer als die anderen Großprojekte der Region.
4.3 Zwei bereits enthaltene Positionen, nun ausgewiesen (die Summe ändert sich nicht)
Anders als die beiden vorherigen kommen diese nicht hinzu: Sie waren bereits im Budget, nur in einer breiteren Zeile verborgen. Wir legen sie offen, damit keine implizite Position übrig bleibt — die Summe bleibt jedoch ≈ 12,6 Mrd. $.
| Ausgewiesene Position | Bereits enthalten in… | Geschätzter Anteil |
|---|---|---|
| àVélo-Docks (Verriegelung + Ladung), ≈ 30 je Station | „Ladestationen“ (60 Mio. $) | ≈ 22 Mio. $ |
| Spiralparkhaus (private Fahrräder), ≈ 150 Plätze je Station | „Stationen“ (1.500 Mio. $) | ≈ 22 Mio. $ |
| Summe — bereits enthalten, kommt nicht zum Rest hinzu | — | ≈ 44 Mio. $ |
Detail zu den Docks: Von den 60 Mio. $ für „Ladestationen“ (≈ 400 Tsd. $/Station) entfallen rund 22 Mio. $ auf die àVélo-Docks selbst (≈ 30 Docks × ~5 Tsd. $ × 150 Stationen) und ≈ 38 Mio. $ auf die Stromversorgung und die Bezahlterminals. Detail zur Spirale: ≈ 150 Plätze × ~1.000 $ × 150 Stationen ≈ 22 Mio. $, enthalten in den ≈ 8 Mio. $ je Station — die Seite Stationen bestätigt, dass die Spirale auf den Visualisierungen eben das mehrgeschossige Fahrradparkhaus ist.
5. Fünf Szenarien, vom Minimum zum Maximum
Der Abstand zwischen den Szenarien ist kein Zufall: Er beruht auf Entscheidungen und auf einer technologischen Unbekannten. Der dominierende Hebel bleibt der Bohrpreis im Fels; danach kommen der Stationsmix, der Umfang der Verkleidung und die Entscheidung, die Grundstücke zu kaufen oder zu mieten.
| Position (Mio. $) | A · Optimistisch | B · Realistisch | C · Vorsichtig | D · Stagnation | E · Vollständiger Stillstand |
|---|---|---|---|---|---|
| Effektiver Tunnelpreis (Fels, US$/Meile) | 8 | 15 | 21,5 | 32 | 40 |
| Tunnel (150 km) | 1.030 | 1.930 | 2.770 | 4.120 | 5.150 |
| Stationen | 800 | 1.500 | 1.550 | 1.700 | 1.700 |
| Unterirdische Knotenpunkte (≈ 29 Knoten) | 400 | 1.450 | 1.600 | 1.850 | 2.050 |
| Technische Systeme | 2.913 | 3.228 | 3.258 | 3.378 | 3.418 |
| davon immersive Verkleidung | 250 | 500 | 500 | 550 | 550 |
| davon Entwässerung | 150 | 200 | 220 | 260 | 280 |
| davon Geothermie | 35 | 50 | 60 | 90 | 110 |
| Eigene Fluchtschächte (~310, netto) | 350 | 500 | 520 | 600 | 640 |
| Fahrradflotte (76.000) | 177 | 177 | 177 | 177 | 177 |
| Verbindung Québec–Lévis (Shuttles) | 90 | 90 | 90 | 90 | 90 |
| Grundstückserwerb | 0 | 125 | 125 | 250 | 250 |
| Zwischensumme harte Kosten | 5.760 | 9.000 | 10.090 | 12.165 | 13.475 |
| Ingenieurleistungen und Planung (10 %) | 576 | 900 | 1.009 | 1.217 | 1.348 |
| Projektsteuerung (5 %) | 288 | 450 | 505 | 608 | 674 |
| BAPE, Geotechnik, Genehmigungen | 120 | 120 | 120 | 120 | 120 |
| Zwischensumme | 6.744 | 10.470 | 11.724 | 14.110 | 15.617 |
| Technische Reserve | 15 % | 20 % | 20 % | 25 % | 25 % |
| SUMME | ≈ 7,8 Mrd. $ | ≈ 12,6 Mrd. $ | ≈ 14,1 Mrd. $ | ≈ 17,6 Mrd. $ | ≈ 19,5 Mrd. $ |
| Kosten pro Kilometer | 52 Mio. $ | 84 Mio. $ | 94 Mio. $ | 118 Mio. $ | 130 Mio. $ |
Was jedes „niedrige“ Szenario ausmacht
- A — Optimistisch: die Bohrmaschinen erreichen ihr langfristiges Ziel, der Fels ist leichter als befürchtet, sparsame Stationen, leichtere Verkleidung, gemietete Grundstücke, 15 % Reserve.
- B — Realistisch: Ziel 2030 (10 Mio. $/Meile im Lockergestein + 50 % Felsaufschlag), ausgewogener Stationsmix, vollständige Verkleidung, teilweiser Grundstückserwerb.
- C — Vorsichtig: das Bohren verbessert sich, ohne das Ziel 2030 ganz zu erreichen (~21,5 Mio. $/Meile effektiv), alles Übrige wie im realistischen Fall.
Die beiden Szenarien „die Bohrmaschinen werden nicht günstiger“
- D — Stagnation: das Bohren verbessert sich etwas, verharrt aber weit vom Ziel (~32 Mio. $/Meile effektiv), Premium-Stationen, Grundstücke gekauft, 25 % Reserve.
- E — Vollständiger Stillstand: der heutige Preis bleibt eingefroren (Prufrock-4, ~27 Mio. $/Meile im Lockergestein) + Hartgestein = 40 Mio. $/Meile effektiv. Der schlimmste glaubwürdige Fall.
Der dominierende Hebel ist der Tunnel. Allein er bewegt die Summe von 7,8 Mrd. $ auf 19,5 Mrd. $. Alles Übrige zusammen — Stationen, Verkleidung, Entwässerung, Geothermie, Grundstücke — verschiebt die Summe weit weniger. Deshalb lautet die eigentliche Frage nicht „was kostet die Entwässerung“, sondern „werden die Bohrmaschinen im Fels die Kosten erreichen, die sie im Lockergestein anstreben“. Nashville (2026–2029) ist der Test im Maßstab 1:1.
Und unser realistischer Preis ist bereits konservativ. Die 15 Mio. US$ pro gebohrter Meile (≈ 12,9 Mio. CA$/km) des zentralen Szenarios sind nicht der Preis von The Boring Company: Es ist ihr Ziel für Lockergestein, um 50 % erhöht, um den Fels zu berücksichtigen. Der Preis, den TBC heute für Nashville nennt — in Kalkstein desselben Alters wie unserer — liegt sogar noch niedriger: in der Größenordnung von 9 bis 11,5 Mio. US$/Meile, also 30 bis 65 % unter unserem Ansatz. Unsere Schätzung liegt somit über dem besten verfügbaren realen Vergleichswert; die pessimistischeren Szenarien (C bis E) fügen lediglich einen Aufschlag für das Risiko „angekündigter Preis gegenüber geliefertem Preis“ hinzu.
6. Und wenn Elon Musks Bohrmaschinen nie günstiger werden?
Das ist der Kern der Szenarien D und E. Der Bohrpreis von The Boring Company im Lockergestein ist stetig gefallen — ~50 Mio. $/Meile im Jahr 2018, ~30 Mio. $ im Jahr 2021, ~27 Mio. $ heute (Prufrock-4) — und das Ziel für 2030 liegt bei 8 bis 10 Mio. $/Meile. Doch nichts garantiert diesen Rückgang im Hartgestein. Hier die vollständige Skala, vom Optimum bis zum vollständigen Stillstand, mit den daraus folgenden Tunnelkosten.
| Annahme zu den Bohrmaschinen | Lockergestein (US$/Meile) | Felsaufschlag | Effektiv (US$/Meile) | Tunnel 150 km |
|---|---|---|---|---|
| A — Langfristziel erreicht | ~5–6 | ×1,4 | 8 | 1.030 |
| B — Ziel 2030 (realistisch) | 10 | ×1,5 | 15 | 1.930 |
| C — Vorsichtig (teilweise Verbesserung) | ~14 | ×1,5 | 21,5 | 2.770 |
| D — Stagnation (frühes Plateau) | ~21 | ×1,5 | 32 | 4.120 |
| E — Vollständiger Stillstand (heutiger Preis eingefroren) | ~27 | ×1,5 | 40 | 5.150 |
Berechnung: effektiver Preis (US$/Meile) × 1,38 (Wechselkurs CAD) × 93,2 Meilen (= 150 km) = Tunnelkosten in Mio. CA$. Selbst beim vollständigen Stillstand mit 5,15 Mrd. $ Tunnelkosten — dem Dreifachen des realistischen Falls — erreicht das Gesamtprojekt 19,5 Mrd. $, was, wie wir sehen werden, pro Kilometer deutlich unter den anderen regionalen Großprojekten bleibt.
Die Nuance, die das Projekt schützt. Die Debatte über den Felsaufschlag (+40 % gegenüber +60 %) ist zweitrangig: Sie verschiebt die Tunnelkosten um lediglich rund 0,25 Mrd. $. Es ist der Grundpreis — die Prufrock-Entwicklung —, der die gesamte Bandbreite der Szenarien bestimmt. Und die Geologie von Québec (die Lévis-Formation, Tonschiefer mit geringer Abrasivität) gehört derselben ordovizischen Sedimentfamilie an wie der Kalkstein von Nashville, was die Baustelle in Tennessee zum besten realen Bezugspunkt macht, den wir haben.
7. Das realistische Szenario im Detail
Das vollständige Budget von Szenario B, Zeile für Zeile — die empfohlene Referenzbasis.
| Position | Betrag (Mio. $) |
|---|---|
| Tunnel (150 km im Fels von Québec, 15 Mio. $/Meile effektiv) | 1.930 |
| Stationen (150, ausgewogener Mix — davon ≈ 22 Mio. $ Spiralparkhaus) | 1.500 |
| Unterirdische Knotenpunkte (≈ 29 Knoten × ≈ 50 Mio. $) | 1.450 |
| Technische Systeme (13 Unterpositionen, siehe Abschnitt 3) | 3.228 |
| Eigene Fluchtschächte (~310, netto) | 500 |
| Fahrradflotte (76.000 Fahrzeuge) | 177 |
| Verbindung Québec–Lévis (Lkw, Boote, Terminals) | 90 |
| Grundstückserwerb (teilweise) | 125 |
| Zwischensumme harte Kosten | 9.000 |
| Ingenieurleistungen und Detailplanung (10 %) | 900 |
| Projektsteuerung (5 %) | 450 |
| BAPE, Geotechnik, Genehmigungen, Konsultationen | 120 |
| Zwischensumme | 10.470 |
| Technische Reserve (20 %, ohne Inflation) | 2.094 |
| SUMME — realistisch 2030 (Knotenpunkte und Schächte inbegriffen) | ≈ 12.564 |
8. Vergleich mit anderen Großprojekten
Der Punkt, der sich auch nach der Überarbeitung nicht ändert: Die Kosten pro Kilometer bleiben in einer eigenen Kategorie. Der realistische Fall (84 Mio. $/km) und selbst der vollständige Stillstand (130 Mio. $/km) liegen deutlich unter den anderen großen Projekten der Region.
| Projekt | Länge | Kosten / km | Stand |
|---|---|---|---|
| Bike Tunnel Québec (realistisch) | 150 km | ≈ 84 Mio. $/km | Vorschlag |
| Bike Tunnel Québec (vollständiger Stillstand, schlechtester Fall) | 150 km | ≈ 130 Mio. $/km | Szenario E |
| REM Montréal | 67 km | 254 Mio. $/km | Teilweise in Betrieb |
| Straßenbahn Québec | 19 km | 305 Mio. $/km | In Planung |
| Dritte Straßenverbindung Québec–Lévis | 8,3 km | 940 Mio. $/km | Schätzungen 5,3 bis 9,3 Mrd. $ |
Der Abstand beruht auf drei unveränderten Faktoren: einem weitaus kleineren Tunneldurchmesser (3,6 m gegenüber 12 bis 15 m), Stationen ohne Bahnsteige und ohne Wagen sowie dem Fehlen schweren Rollmaterials. Das Radwegnetz bleibt pro Kilometer drei- bis dreizehnmal günstiger, selbst in seinem pessimistischsten Szenario.
Methodische Ehrlichkeit. Das realistische Szenario liegt bei ≈ 12,6 Mrd. $, weil jede Position zu ihrem tatsächlichen Wert gezählt wird: Natursimulation, Entwässerung und Geothermie, dann die unterirdischen Knotenpunkte und die Fluchtschächte. Die vollständigste Zahl vorzulegen macht das Dossier vor einer prüfenden Instanz belastbarer: Es gibt keine verborgene Position aufzudecken. Die Beträge bleiben Planungsschätzungen; eine fachliche Ingenieurstudie und vor allem der Abschluss von Nashville werden die Tunnelspanne präzisieren — die einzige Position, die die Summe wirklich bewegt.
Vollständige Aufstellung der Baukosten herunterladen (PDF)
Hauptquellen. Vergleichswerte aus dem Schwerverkehr in Québec. REM — 9,4 Mrd. $ für 67 km (die Kosten stiegen laut Generalrechnungsprüferin von 7 Mrd. $ im Jahr 2018 auf 9,4 Mrd. $ im Jahr 2024): Le Devoir, La Presse ; 125 Mio. $/km laut CDPQ Infra (98,5 Montréal, offizielles Datenblatt von CDPQ Infra). Straßenbahn Québec — 7,6 Mrd. $ für 19 km, Inbetriebnahme für 2033 geplant: La Presse, Le Devoir.