Vélo Québec empfiehlt für einen baulich getrennten, in beide Richtungen befahrbaren Radweg eine Breite von 3 Metern, also 1,5 Meter je Richtung. Mit seiner Fahrbahn von 3,20 m erfüllt und übertrifft der Tunnel diese Québecer Norm. Diese Seite stellt zwei Konfigurationen vor: die Standardgeometrie der Tunnelbohrmaschine Prufrock sowie eine Variante, bei der der Boden um 10 cm abgesenkt wird, um Höhe zu gewinnen — ohne den Bohrdurchmesser oder die Kosten zu verändern.
1. Die Standardkonfiguration (Prufrock 3,66 m)
Spezifikationen
- Innendurchmesser: ≈ 3,66 m (12 Fuß — Prufrock-Standard von The Boring Company)
- Fahrbahnbreite: 3,20 m (1,6 m je Richtung)
- Bodenbreite: 3,48 m
- Seitenabstand (Schulter): ~14 cm auf jeder Seite
- Lichte Höhe: 2,30 m nutzbar (2,40 m bis zum Beton)
Diese Geometrie erlaubt es, einem anderen Nutzer bequem zu begegnen, einen Elektroroller oder ein Elektromobil zu betreiben und den Raum darüber für Belüftung und Beleuchtung zu reservieren.
Der Durchmesser von 3,66 m entspricht dem Standard der Tunnelbohrmaschine Prufrock, was das Bohren vereinfacht und die Kosten senkt.
Konform mit den Québecer Normen — und darüber hinaus. Vélo
Québec empfiehlt für einen baulich getrennten, in beide Richtungen befahrbaren
Radweg eine Breite von 3,0 m (1,5 m je Richtung), wobei auf kurzen, beengten
Abschnitten ein Mindestmaß von 2,5 m geduldet wird. Die Fahrbahn des Tunnels
von 3,20 m erfüllt und übertrifft diese Empfehlung — in beiden
unten dargestellten Konfigurationen.
Quelle: Vélo Québec, Aménagements en faveur des piétons et des cyclistes — Guide technique.
2. Warum die Höhe nicht konstant ist
Die Decke ist kreisförmig: Die lichte Höhe ist in der Mitte am größten und nimmt zu den Wänden hin ab. Das ist rein geometrisch. Der Querschnitt unten zeigt die lichte Höhe bis zum Beton (in Grün) an mehreren Positionen auf der horizontalen X-Achse, wobei X = 0 der Mittelachse entspricht.
3. Die Variante „Boden um 10 cm abgesenkt“
Indem die Fahrbahnplatte 10 cm tiefer in dieselbe gebohrte Röhre eingebaut wird, gewinnt man überall 10 cm Freiraum — ohne den Durchmesser oder die Bohrkosten anzutasten. Der Boden wird etwas schmaler, aber die Fahrbahn von 3,20 m bleibt mit einem noch komfortablen Abstand erhalten.
Bodenbreite (Kreissehne).
Unverändert — Abstand ~10 cm auf jeder Seite.
Bis zum Beton (≈ 2,40 m nutzbar).
Hohlraum unter dem Boden — reichlich ausreichend.
4. Vergleich der beiden Konfigurationen
| Merkmal | Standard | Boden −10 cm |
|---|---|---|
| Innendurchmesser | 3,66 m | 3,66 m |
| Bodentiefe (unter der Achse) | 0,57 m | 0,67 m |
| Bodenbreite | 3,48 m | 3,41 m |
| Breite des Radwegs | 3,20 m | 3,20 m |
| Seitenabstand (Schulter) je Seite | ~14 cm | ~10 cm |
| Höhe in der Mitte (Beton) | 2,40 m | 2,50 m |
| Nutzbare lichte Höhe (unter Beleuchtung) | 2,30 m | 2,40 m |
| Höhe am Fahrbahnrand | 1,46 m | 1,56 m |
| Entwässerungsraum in der Mitte | 1,26 m | 1,16 m |
5. Lichte Höhe entlang der X-Achse
Lichte Höhe bis zum Beton, von der Mitte (X = 0) zur Wand hin, für beide Konfigurationen. Ein Radfahrer fährt normalerweise in der Mitte seiner Spur, etwa bei X = ±0,8 m.
| Position X (ab der Achse) | Standard | Boden −10 cm |
|---|---|---|
| 0 m — Mittelachse | 2,40 m | 2,50 m |
| ± 0,2 m | 2,39 m | 2,49 m |
| ± 0,4 m | 2,36 m | 2,46 m |
| ± 0,6 m | 2,30 m | 2,40 m |
| ± 0,8 m — Mitte einer Spur | 2,22 m | 2,32 m |
| ± 1,0 m | 2,10 m | 2,20 m |
| ± 1,2 m | 1,95 m | 2,05 m |
| ± 1,4 m | 1,75 m | 1,85 m |
| ± 1,5 m | 1,62 m | 1,72 m |
| ± 1,6 m — Fahrbahnrand | 1,46 m | 1,56 m |
Die abgesenkte Variante fügt jeder Zeile genau +10 cm hinzu. Die Höhe nimmt zur Wand hin ab, weil die Decke rund ist; in der Mitte jeder Spur (X = ±0,8 m) bleibt der Freiraum in beiden Fällen mehr als ausreichend.
6. Warum kann man den Boden absenken?
Wenn man einen flachen Boden in ein rundes Loch einbaut, bleibt darunter zwangsläufig ein sichelförmiger Hohlraum. In der Standardkonfiguration erreicht dieser Hohlraum in der Mitte eine Tiefe von ~1,26 m — weit mehr als unbedingt nötig.
Wozu dieser Raum dient
Er geht nicht verloren: Er beherbergt die Entwässerungsrinne (Sickerwasser und Kondensat werden hier gesammelt und dann abgepumpt), die Kabelführung (Strom, Glasfaser, Beleuchtung, Notfallsysteme) und die tragende Auffüllung, die die Fahrbahnplatte stützt. Die Entwässerung ist ernst zu nehmen: Das Abpumpen des Grundwassers macht im Betriebsbudget bereits etwa 9 000 MWh/Jahr aus, da der Tunnel stellenweise unter dem Grundwasserspiegel verläuft.
Das Schlüsselprinzip: Den Boden um 10 cm abzusenken, hebt die lichte Höhe an allen Positionen X gleichzeitig um 10 cm an — in der Mitte wie am Rand. In der Höhenformel h(x) = √(R² − x²) + d ist die Bodentiefe d eine Konstante, die überall hinzukommt. Der Rand, der die engste Stelle war, gewinnt daher genauso viel wie die Mitte.
Was die Absenkung begrenzt
Es ist nicht die Entwässerung — es ist die Fahrbahnbreite. Beim Absenken wird der Boden (eine Kreissehne) schmaler. Um die 3,20 m Fahrbahn mit einem komfortablen Abstand zu erhalten, sind 10 cm eine vorsichtige Absenkung; die absolute Grenze (kein Abstand) liegt bei etwa 32 cm. Selbst um 10 cm abgesenkt, bleiben unten noch ~1,16 m Hohlraum — mehr als genug, um die Rinne und die Kabel unterzubringen.
✓ Was man gewinnt
- +10 cm lichte Höhe überall entlang der X-Achse
- Keine größere Maschine, keine Mehrkosten beim Bohren
- Etwas weniger Auffüllung einzubringen
- Vergrößerter Luftquerschnitt über der Fahrbahn (bessere Belüftung)
Zu bedenken
- Geringerer Seitenabstand: ~14 cm → ~10 cm je Seite
- Etwas senkrechtere Wände in Bodennähe (beim Radfahren eher angenehm)
- Die Entwässerungssohle am Boden behalten — hier reichlich gegeben
10 cm gewonnen, gratis.
Die Absenkung bringt +10 cm Freiraum über die gesamte X-Achse, hält die Fahrbahn bei 3,20 m und bewahrt die Entwässerung — ohne jemals den Bohrdurchmesser oder die Wirtschaftlichkeit des Projekts anzutasten.
Normativer Bezug: Richtlinien für Radtunnel zielen auf ~2,30 bis 2,50 m lichte Höhe (CROW, Niederlande; LTN 1/20, Vereinigtes Königreich). Beide Konfigurationen erfüllen dieses Mindestmaß in der Mitte; die abgesenkte Variante bietet schlicht einen großzügigeren Abstand. Werte berechnet für einen Innenradius R = 1,83 m (Ø 3,66 m); vorläufige Zahlen, im Detailengineering zu bestätigen.